EUROPEAN CONGRESS ON RURAL RENEWAL AND DEVELOPMENT IN POZNAŃ 9 May 2025 Europe Day

News

LEADER-Delegation aus Luxemburg in Polen – starke Botschaft für Europas ländliche Räume

Gleich zwei wichtige Termine führten vergangene Woche eine Delegation luxemburgischer LEADER-Akteurinnen nach Polen: Zunächst ging es am 8. Mai zur Generalversammlung des europäischen LEADER-Dachverbands ELARD ins westpolnische Nowy Tomyśl, danach weiter nach Poznań, wo am 9. Mai der Europäische Kongress zur Erneuerung und Entwicklung des ländlichen Raums stattfand – ein hochkarätiges Treffen unter der Schirmherrschaft der polnischen EU-Ratspräsidentschaft.

In Nowy Tomyśl drehte sich alles um die Frage, wie es mit den partizipativen Förderprogrammen in der kommenden EU-Finanzperiode weitergeht. Die Delegierten – darunter VertreterInnen aus ganz Europa – wollen sich gemeinsam starkmachen für eine langfristige Absicherung dieser bewährten Instrumente der ländlichen Entwicklung. Der europäische LEADER-Verband ELARD fordert mehr politische und finanzielle Rückendeckung für lokales Engagement.

Gastgeber des ELARD-Treffens war die Lokale Aktionsgruppe KOLD, die für den Nachmittag des 8. Mai ein Besichtigungsprogramm in der Region organisiert hatte. Im Mittelpunkt stand das traditionelle Flechthandwerk, für das die Gegend um Nowy Tomyśl bekannt ist. Die Teilnehmenden erhielten dabei Einblicke in lokale Handwerkstraditionen und deren Bedeutung für die regionale Identität und wirtschaftliche Entwicklung.

Nur wenige Stunden später standen die Themen von Nowy Tomyśl auch in Poznań auf der Agenda – allerdings auf noch größerer Bühne. Rund 1.500 Teilnehmende kamen dort zum Kongress für ländliche Entwicklung zusammen, darunter mehrere EU-LandwirtschaftsministerInnen.

Einer der zentralen Redner: der luxemburgische EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung, Christophe Hansen. In seiner Grundsatzrede stellte er die „Vision für Landwirtschaft und Ernährung“ der Europäischen Kommission vor. Das Strategiepapier, erstmals im Februar in Brüssel präsentiert, skizziert, wohin sich Europas Agrarpolitik entwickeln könnte  – und will eine breite Debatte über Ernährungssicherheit, Nachhaltigkeit und Lebensqualität im ländlichen Raum anstoßen. Hansen betonte: „Der ländliche Raum ist unsere Kultur, unser Erbe – und zugleich ein starker Wirtschaftssektor. Eines der Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik ist es, Investitionen in ländliche Gebiete zu unterstützen. Wir wollen, dass künftige Generationen auf dem Land leben – aber um das möglich zu machen, müssen wir die richtigen Voraussetzungen schaffen.“

Dass der Kongress ausgerechnet am 9. Mai – dem Europatag – stattfand, verlieh dem Treffen zusätzliches Gewicht. Die ländlichen Räume seien, so der Tenor, weit mehr als Orte der Produktion: Sie seien Lebensräume, Träger europäischer Identität – und voller Potenzial. Das bewiesen auch die rund 50 Aussteller, die am Rande der Veranstaltung ihre Produkte und Angebote aus den Bereichen Lebensmittelherstellung, Handwerk und Tourismus zeigten.

Weitere Newsartikel