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Internationale LEADER-Exkursion in der grenzüberschreitenden Region Miselerland & Moselfranken

Wie der Geist von Schengen europäische Nachbarn Herausforderungen gemeinsam meisten lässt, das erfuhren rund 50 LEADER-Vertreter*innen aus Deutschland, Österreich, Italien und Luxemburg auf einer dreitägigen Exkursion an der Mosel.

Wie lassen sich Pendlerströme steuern, Kulturlandschaften erhalten und ländliche Räume wirtschaftlich stärken? Antworten darauf liefert die grenzüberschreitende LEADER-Region Miselerland & Moselfranken mit Projekten, die Herausforderungen im Grenzraum adressieren – von Mobilität über Nachhaltigkeit bis hin zu Tourismus. Die Lokalen Aktionsgruppen Miselerland in Luxemburg und Moselfranken in Rheinland-Pfalz arbeiten seit 2006 nicht nur bei einzelnen Projekten zusammen, sondern sie verfolgen eine gemeinsame, grenzüberschreitende Entwicklungsstrategie – als Europas erste und bisher einzige transnationale LEADER-Region.

Auf einer erlebnisreichen Tour entlang der Mosel erhielten die Besucher nicht nur einen Eindruck der landschaftlichen Schönheit der Region, sondern lernten viele innovative Lösungen kennen, die mit Hilfe von LEADER umgesetzt wurden.

Pendlerströme lenken

Ein besonderes Pilotprojekt, das auf eine grenzüberschreitende Studie zurückgeht, entsteht derzeit im rheinland-pfälzischen Merzkirchen: Auf 6.000 Quadratmetern wird hier ein multimodaler Mobilitätshub gebaut, der Bus, Fahrrad und Individualverkehr intelligent verknüpft. Das vollständig durch LEADER und das Land Rheinland-Pfalz finanzierte Projekt soll den täglichen Pendelverkehr effizienter und emissionsärmer gestalten.

Einen technologischen Schritt weiter geht die geplante Weiterentwicklung der Fährverbindung zwischen Oberbillig und Wasserbillig. Aufbauend auf einer bereits elektrifizierten Fähre wird im Rahmen eines INTERREG-Projektes aktuell an einer teilautomatisierten Lösung gearbeitet. Sensorik, digitale Steuerung und automatisierte Abläufe sollen den Betrieb langfristig sichern – trotz zunehmendem Fachkräftemangel.

Die Kulturlandschaft erhalten

Das Naturschutzzentrum Biodiversum in Remerschen bot den idealen Rahmen für die Vorstellung einige Projekte mit dem Fokus auf Umwelt, Natur und Ressourcenschonung: Die grenzüberschreitende Kampagne „Trink!Wasser“ fördert den bewussten Umgang mit dem heimischen Leitungswasser, während die digitale Plattform „Wéngertsbourse“ aktiv gegen die Verbrachung von Rebflächen vorgeht und damit den Erhalt der charakteristischen Weinlandschaft unterstützt.

Genuss im Dreiländereck

Parallel dazu wird das Dreiländereck als Genussregion positioniert. Initiativen wie „Terroir Moselle“ und „Via mosel’“ vernetzen Produzenten und touristische Angebote über Ländergrenzen hinweg und schaffen neue Wertschöpfungsketten im ländlichen Raum. Die Gäste hatten Gelegenheit, sich bei einem guten Glas Wein in der Winery Jeff Konsbrück über das überregionale Marketing zu informieren.

Als luxemburgische Besonderheit lernten die ausländischen Regionalmanager*innen das Dorfentwicklungsprogramm des Luxemburger Landwirtschaftsministeriums und dessen enge Verzahnung mit LEADER kennen: Während die Dorfentwicklung die infrastrukturelle Basis schaffen, ermöglicht LEADER innovative Nutzungen und Konzepte. Beispiele wie die Umgestaltung einer historischen Zehntscheune in Grevenmacher oder der „Kulturhaff Millermoler“ in Hinkel (Region Mëllerdall) zeigten, wie daraus lebendige Orte für Gemeinschaft, Kultur und regionale Wirtschaft entstanden sind.

Die Bilanz der Exkursion ist eindeutig: Die LEADER-Region Miselerland &Moselfranken entwickelt praxisnahe Lösungen für zentrale Zukunftsfragen – und demonstriert, wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa konkret funktionieren kann.

Fotos: LEADER / Pancake ! Photographies

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